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19.04.2018

Das vielfältige Programm begeistert die Zuschauer und zeigt, dass Theater auch heute noch verzaubern kann.

  Lesia Brezitska (Fotos: D. Czepurnyi)

Vom 23. bis zum 28. März 2018 fanden im THEATER in der LIST acht einzigartige Aufführungen im Rahmen des VIII. Internationalen Kammertheaterfestivals MOST statt. Die Veranstaltungsreihe wählte die Form einer intensiven Theaterpraxis und kulturellen Austausches sowohl unter den Schauspielern selbst, als auch zwischen ihnen und deren Zuschauern.

Theaterstück "Streit" mit Vsevolod Chubenko und Oleg Yemelyanov
Theaterstück "Streit" mit Vsevolod Chubenko und Oleg Yemelyanov

Die Festivalwoche wurde durch die Kooperation des Tolstoi Hilfs- und Kulturwerkes Hannover e.V. und des THEATERS in der LIST unter der Schirmherrschaft des Oberbürgermeisters der Landeshauptstadt Hannover Stefan Schostok organisiert. Für Gastspiele wurden talentierte Darsteller aus Deutschland, Russland, Litauen, Ukraine und Tatarstan eingeladen.

Die meisten Inszenierungen waren Melodramen mit einer auftretenden Person. Die Herausforderung, während des gesamten Solospiels allein ohne weitere Akteure das Publikum aufmerksam und gespannt zu halten, bewältigten die Künstler sehr meisterhaft. Sie setzten sich auf der Bühne mit wichtigen alltäglichen Themen und treffenden Ereignissen der Menschheitsgeschichte auseinander und brachten diese überzeugend durch hohe Schauspielkunst den Zuschauern näher.

Theaterstück "Warschauer Melodie" mit Lina Rastokaite und Gabrielius Zapalskis
Theaterstück "Warschauer Melodie" mit Lina Rastokaite und Gabrielius Zapalskis

Zu den Sujets der Vorführungen gehörten Themen wie: die letzte Rettungsmission zu einem von Kriegen und gegenseitigem Misstrauen bedrohten Planeten; Sinn und Zweck der zeitgenössischen Kunst; Arbeitslosigkeit und Identitätssuche jenseits der Geschlechter im Berlin der 1930er Jahre; ewige Überlegungen über das Menschliche und große Hoffnungen und Verirrungen unserer Zeit.

Einen besonders symbolischen Klang bekamen zwei Theaterstücke, die gerade im Anschluss der Internationalen Wochen gegen Rassismus (12.-25. März) liefen und sich den Schwierigkeiten und Hemmungen einer Liebesbeziehung zwischen Leuten unterschiedlicher Herkunft widmeten. Das Bühnenwerk „Warschauer Melodie“ erzählte dem Auditorium die Geschichte über eine Polin und einen Russen, die im Nachkriegs-Moskau studierten und sich ineinander verliebten aber unter den Umständen sozialer Einschränkungen (Heiratsverbot für russische Bürger und Ausländer vom Jahr 1947) ihre persönliche Angst und Komplexe im Namen der Liebe nicht überwinden konnten.

Theaterstück "Margarita und Abulfaz" mit Elena Dudich
Theaterstück "Margarita und Abulfaz" mit Elena Dudich

Im Mittelpunkt des anderen Schauspiels „Margarita und Abulfaz“ standen nicht nur menschliche Vorurteile und ein komplizierter Charakter internationaler Ehepartnerschaft, sondern sogar der Völkermord an den Armeniern in Baku in den nicht so fernen 1990er Jahren und gesellschaftliche Vorwürfe, die das Glück der interethnischen Liebe zwischen einer jungen Armenierin und einem Aserbaidschaner behinderten.

Alle Auftritte waren eigenständig und souverän und besaßen verschiedene Darstellungsformen, die am besten dafür geeignet waren, um relevante inhaltliche Impulse in die Herzen der Zuschauer zu bringen. Dazu zählten beispielsweise ein interaktiver Scherz mit der Einbeziehung der Anwesenden in das Spiel, ein Vortrag über moderne Kunst, ein Plädoyer für Menschlichkeit und Frieden und eine bittere Beichte aus Poesie, Tagebucheinträgen und Briefen der bekannten Dichterin Marina Zvetaeva.

Theaterstück "Die Aufzeichnungen von Kovyakin" mit Sergey Zagrebnev
Theaterstück "Die Aufzeichnungen von Kovyakin" mit Sergey Zagrebnev

Das Internationale Kammertheaterfestival 2018 ist zum einen ein Erfolg des Tolstoi Hilfs- und Kulturwerkes Hannover e.V. und des THEATERS in der LIST, zum anderen ein „Sieg“ der Theaterkunst generell. Während der Veranstaltungswoche hat jede Aufführung eine einmütige Akzeptanz und Begeisterung der Gäste gefeiert. Heutzutage sind Menschen eher auf praktischere und zugänglichere Kunstarten, wie das Kino, orientiert und haben die Gewohnheit, sich an einem „live-Happening“ zu beteiligen, verloren oder nicht entwickelt. Der menschlichen Natur ist aber immer noch inhärent, zu der gegenseitigen Unterhaltung zu neigen. Theater ist genau der Ort der interaktiven Kunstverwirklichung, wo man in Kontakt mit Akteuren tritt, sich in den Bühnendichtungen wiederfindet und seine innere Balance erreicht.

Das Projekt „Internationales Kammertheaterfestival“ trägt in sich das Potential einer großen Bildungsrolle. Es ist gleichzeitig ein professioneller Austausch der Schauspieler auf der internationalen Ebene, eine Möglichkeit zur persönlichen Weiterentwicklung der Besucher und eine bewegende künstlerische Wiedergabe der Lebensrealität.

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